Jugend forscht 2006
JuFo
Bundesfinale von "Jugend forscht"
Jugend forscht
Die Stendaler Katja Hagemann, Susann Friedrich und Steffen Harbich kehrten am Sonntag aus Freiburg (Breisgau) zurück. Dort präsentierten die Winckelmann-Gymnasiasten beim Bundesfinale „Jugend forscht" ihr Projekt. Sie entwickelten eine Software, mit der Gehörlose lernen können, ihre Aussprache zu verbessern. Über die Erlebnisse sprach Björn Menzel mit Katja Hagemann.
Volksstimme: Regional- und Landesfinale gewonnen. Wie habt ihr beim Bundesfinale abgeschnitten?
Katja Hagemann: Wir konnten leider weder eine Platzierung noch einen Sonderpreis ergattern. Aber wie schon vorher erwähnt, war die Konkurrenz sehr groß und wir waren allesamt erstaunt, was junge Leute unseres Alters nicht alles für geniale Ideen haben.
Volksstimme: Woran hat es gelegen?
Katja Hagemann: An der starken Konkurrenz, nicht jeder konnte platziert werden.
Volksstimme: Wie lautete die Begründung der Jury?
Katja Hagemann: Die Jury meinte, unser Projekt sei von der theoretischen Idee her super, aber da unser Programm noch Mängel ausweist, war sie von der praktischen Umsetzung nicht überzeugt.
Volksstimme: Wer hat mit welchem Projekt in eurer Kategorie gewonnen?
Katja Hagemann: In unserer Kategorie Arbeitswelt haben Jörg Metzner und Marcel Schmittfull mit ihrem Projekt „Hygienische Druckmessung" den ersten Platz erreicht. Sie haben ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, den Druck in einem Flüssigkeitskreislauf optisch zu messen, und müssen so nicht in das System eingreifen. So wird zum Beispiel der Blut-Luft-Kontakt, der eine Blutgerinnung während der Dialyse auslösen könnte, vermieden. Marcel Schmittfull hat damit einen Rekord aufgestellt, er ist zum dritten Mal hintereinander Bundessieger geworden!
Jugend forscht Jugend forscht
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Katja Hagemann, Steffen Harbich und Susann Friedrich
Volksstimme: Was war das Verrückteste, das ihr in Freiburg erlebt habt?
Katja Hagemann: Tja, das ist schwer zu sagen. Es waren viele verschiedene Freizeitangebote seitens des Hauptsponsors, der SICK AG. Aber besonders gut hat mir die Sonderpreisverleihung gefallen. Man kam sich vor wie ein VIP. In dem Konzerthaus, in dem diese Veranstaltung stattfand, gab es alles, was man sich so vorstellen kann. Exquisites Essen, ein schönes Rahmenprogramm, die Tanzgruppe Jazzetts ist aufgetreten, und der tolle Moderator, der das Ganze wie in einer Oskarverleihung durchführte. Auch wenn wir nicht gewonnen haben, diese Atmosphäre allein war es wert, so weit zu kommen.
Volksstimme: Wie sind die Tage in Freiburg genau abgelaufen?
Katja Hagemann: Als wir Donnerstag ankamen, wurden wir gebeten, unseren Stand einzurichten. Unser Projekt war nicht sonderlich schwer zu präsentieren, da nur ein PC, das Poster und ein kleines Experiment vorbereitet werden mussten. Abends wurden wir in einen Szene-Club entführt. Im 18. Stock konnte man die grandiose Aussicht genießen. Leider war das Essen nicht so toll. Irgendwelches asiatisches Gemüse. Und wir kamen etwas spät und hungrig im Hotel an.
Nach nur wenigen Stunden Schlaf stand das erste Jurygespräch an. Wir waren sehr aufgeregt und angespannt. Aber die Juroren waren sehr nett und man konnte sogar mit ihnen lachen. Im zweiten Jurygespräch waren wir dann schon entspannter. Am Sonnabend kam nochmals die Jury. Nachmittags war die Messe dann für Besucher geöffnet. Wir waren erstaunt, wie viele Menschen sich für unsere Software interessierten. Es gab sogar einige, die sich richtig gut auskannten, und uns einige Tipps gaben, wie man das Programm noch verbessern konnte. Abends war die Sonderpreisverleihung im Konzerthaus, die mir so gut gefallen hat.
Volksstimme: Wonach hat die Jury geurteilt?
Katja Hagemann: In die Bewertung flossen die schriftliche Arbeit, die Stand- und Postergestaltung, der Vortrag, die theoretische Idee und die praktische Umsetzung mit ein. Außerdem prüfte die Jury, in wie weit sich die Teilnehmer mit ihrem Forschungsgebiet auseinander gesetzt haben.
Volksstimme: Welche interessanten Projekte und Teilnehmer habt ihr getroffen?
Katja Hagemann: Viele unterschiedliche Charaktere waren dort vertreten: Leute, die schon mehrere Klassen übersprungen haben und nicht erwarten können, an die Uni zu kommen, aber auch ganz unscheinbare, die, nachdem man sie angesprochen hatte, mit tiefgründigem Wissen prahlten. Ein Projekt hat mich persönlich besonders fasziniert: Drei Schüler konnten nachweisen, dass aus einem bedeutenden Experiment von 1909 (Taylor-Experiment) falsche Schlussfolgerungen gezogen wurden. Die Annahmen waren zwar richtig, konnten aber eigentlich gar nicht mit diesem Experiment bewiesen werden.
Volksstimme: Entwickelt ihr euer Projekt noch weiter?
Katja Hagemann: Wir wollen ein Programm schaffen, das auch in der Praxis eingesetzt werden kann. Aber zu allererst wollen wir uns auf unsere bevorstehende mündliche Abi-Prüfung vorbereiten.
Volksstimme: Gibt es Interessenten an eurer Software?
Katja Hagemann: Ja, auf der Ausstellung haben uns Leute angesprochen, die selbst betroffene Leute kennen, und es besteht auch Interesse seitens der Magdeburger Uni.

Volksstimme vom 24. Mai 2006

 
 
 
Sieger beim Landesausscheid in Halle
Die Stendaler Volksstimme berichtete am 17. März 2006:
"Katja Hagemann, Susann Friedrich und Steffen Harbich haben am Mittwoch den Landesausscheid von „Jugend forscht" in der Kategorie „Arbeitswelt" gewonnen. Die Winckelmann-Gymnasiasten stellen bis zum Bundesfinale ihr ganzes Projekt noch einmal auf den Kopf. Vom 19. bis 21. Mai fahren sie nach Freiburg im Breisgau. Einen Sonderpreis gewann Marie-Therese Schablowski.
Bis die drei Stendaler Landessieger mit ihrem Projekt nach Freiburg (Breisgau) fahren, haben sie noch eine Menge vor. „Wir stellen ganz großartig alles noch einmal um", beschreibt der betreuende Lehrer Maik Schnitzer die Situation. Und dass, obwohl die drei 18-Jährigen mitten in den Abiturprüfungen stecken.
Katja Hagemann, Susann Friedrich und Steffen Harbich haben am Mittwoch in Halle/ Saale die Jury mit ihrem Projekt überzeugt und den Landeswettbewerb gewonnen. Zusätzlich erhielten sie den Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission. Die Stendaler erfanden im Bereich „Arbeitswelt" ein Computerprogramm, das Gehörlosen hilft, die Aussprache zu verbessern. „Das funktioniert mittels eines Vergleichs. Die Sprach-Differenzen werden vom Programm ermittelt", erklärt Lehrer Schnitzer.
Neuartig sei nun, dass in Zukunft jede Frequenz vom Programm zerlegt und teilweise gefiltert werden soll. Damit kann jeder Sprach-Unterschied vernachlässigt werden. Dieses Verfahren sei mathematisch sehr schwierig. „Wir versuchen das trotzdem", gibt sich Maik Schnitzer optimistisch. Mehrere hundert Arbeitsstunden sind noch von Nöten.
Marie-Therese Schablowski nahm ebenfalls am Landeswettbewerb in Halle teil. Ihr Projekt um mehr Verkehrssicherheit auf nächtlichen Straßen überzeugt die Jury nicht vollends. Sie platzierte sich nicht, bekam jedoch einen Sonderpreis. „Sie war etwas traurig über ihr Abschneiden", berichtet Maik Schnitzer."

Björn Menzel (Stendaler Volksstimme)

 
 

Foto: Stendaler Volksstimme

Regionalwettbewerb 2006 Foto: Stendaler Volksstimme

Zwei Projekte und zwei Sieger stellte das Winckelmann‑Gymnasium aus Stendal.

Marie-Therese Schablowski (Bild links) entwickelte ein System zur Frühwarnung von Autofahrern. Damit errang sie nicht nur den ersten Platz in der Kategorie Technik, sondern bekam noch den Sonderpreis des Stendaler Oberbürgermeisters. „Mit dem habe ich nicht gerechnet, freue mich aber jetzt auf Halle", sagte die Schülerin.
Auch Katja Hagemann, Steffen Harbich (Bild rechts) und Susann Friedrich können nach Halle fahren. Jedoch: „Wir schreiben an dem Tag eigentlich unser Englisch­Vorabitur. Nun müssen die Lehrer extra für uns eine neue Arbeit entwickeln und einen Termin suchen", erzählte Katja Hagemann.
 

Textausschnitt aus Stendaler Volksstimme (Björn Menzel)

Fotos: S.Moritz (Volksstimme)

 
 Interview der Stendaler Volksstimme mit Herrn Schnitzer (Abschrift, 02.03.2006)
BLITZGESPRÄCH
Der forsche(nde) Siegermacher
Er betreut Schüler zweier Projektgruppen für den „Jugend forscht"-Wettbewerb. Beide siegten gestern im Regional­ausscheid in Stendal. Björn Menzel sprach mit dem Lehrer für Physik und Psychologie am Winckelmann-Gymnasium Stendal, Maik Schnitzer.
Volksstimme: Herzlichen Glückwunsch! Was sagen Sie nun? Sie haben doch mit dem Ergebnis gerechnet.
Maik Schnitzer: Nein, habe ich nicht. Die Leistungsdichte ist in diesem Jahr sehr hoch. Aber wir haben mit zwei ersten Plätzen und dem Sonderpreis alles erreicht. Besser geht es nicht. Foto: Stendaler Volksstimme
Volksstimme: Sie sind ein Siegermacher. Welches der Konkurrenzprojekte hat Ihnen am besten gefallen?
Maik Schnitzer: Ich hatte ehrlich gesagt wenig Zeit zum Schauen. Aber sehr spektakulär finde ich die Idee mit der Klimaanlage im Auto. Die Wärme des heißen Autobleches in Kälte zur Kühlung des Innenraums umzuwandeln, ist sehr innovativ. Eine Idee, die auch Anwendung finden könnte. Mich hat es überrascht, dass dieses Projekt nur mit einem zweiten Platz bedacht worden ist.
Volksstimme: In 14 Tagen geht es nach Halle zum Landesausscheid. Sind Sie schon aufgeregt?
Maik Schnitzer: Ja sehr, aber die Schüler sind meistens noch aufgeregter. Allerdings ist nur noch wenig Zeit. Projekte befinden sich ja ständig in der Entwicklung und Entstehung. An unseren muss bis zum Landesausscheid noch viel getan werden. Zum Beispiel muss die Software unseres Programms für Gehörlose noch wesentlich optimiert werden. Viel Arbeit steht uns auch beim zweiten Projekt noch bevor. Das Modellauto für das Frühwarnsystem im Cockpit wollen wir noch verändern und damit verbessern.
 

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