„Exkursion nach Sachsenhausen"
„Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“ – Exkursion der 12. Klassen zur Gedenkstätte Sachsenhausen
Am 27. November 2019 fuhr die Klassenstufe 12 des Winckelmann-Gymnasiums im Rahmen des Geschichtsunterrichts nach Oranienburg zur Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen. Begleitet wurden die Kurse von den Kursleiterinnen Frau Kintzel, Frau Palaschevsky und Frau Zehler. Diese Exkursion wurde von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
Nach der etwa zweistündigen Busfahrt wartete jeder Kurs auf seinen Guide, welcher durch das ehemalige Konzentrationslager führen sollte. Der Rundgang begann auf dem Vorhof mit einem Überblick über das Gelände. Danach folgte ein Gang entlang der Außenmauer, wo der Guide über den letzten Todesmarsch der Gefangenen und deren Befreiung durch sowjetische Truppen informierte. Vor dem Haupttor waren Gedenksteine in verschiedenen Sprachen zu sehen. Anschließend gingen wir durch das Tor mit dem Schriftzug „Arbeit macht frei“ und stiegen den Wachturm hoch. Von dort aus war ein Blick über die Lagerüberreste möglich. Auf dem Weg zu den Baracken sahen wir die riesige Fläche des Konzentrationslagers. Dabei betonten die winterlichen Temperaturen die bedrückende Stimmung des Lagers. Die unmenschlichen Lebensumstände der damaligen Insassen wurden durch die Einrichtung der Baracken und deren Enge etwas greifbarer. Im weiteren Verlauf wurden wir durch die Ausstellung im Küchengebäude geführt, in der persönliche Gegenstände von den Gefangenen gezeigt wurden. Am Ende des Rundgangs besichtigten wir die Tötungsanlage des Konzentrationslagers. Neben dem Krematorium, welches nur teilweise erhalten ist, bestand diese aus einem Schießplatz und einer Genickschussanlage; aber auch weitere Tötungsmethoden wurden erklärt.
Zur Kranzniederlegung hielt Maria Surmaya Hartmann aus der Klasse 12c eine Rede zum Ausdruck des Gedenkens an die Opfer. Darin appellierte sie an die Verantwortung jedes Einzelnen, sich mit dem Holocaust auseinanderzusetzen und diese Gedenkstätte „als Motivation [zu] nehmen, die Zukunft besser zu gestalten“. Die vollständige Rede kann hier nachgelesen werden. Der Kranz des Winckelmann-Gymnasiums trug den Schriftzug „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“, welcher aus der jüdischen Tradition überliefert ist.
Anschließend verabschiedeten sich die Guides von uns und wir bekamen noch etwas Zeit, um die Ausstellung genauer zu betrachten und die unterschiedlichen Eindrücke auf uns wirken zu lassen. Mit neu gewonnenen Eindrücken traten wir unsere Rückfahrt nach Stendal an.
Dass dieser Tag zum Nachdenken angeregte, zeigt ein Blick in die Rückmeldungen, die die Schüler unmittelbar nach der Exkursion schriftlich festhielten: • „Ich frage mich eigentlich jedes Mal und habe es mich auch dieses Mal gefragt, wenn es um die Insassen eines KZs geht, wie sie es geschafft haben, so lange unter solch unmenschlichen Bedingungen zu überleben und durchzuhalten. Wie müssen sie sich gefühlt haben?“ • „Besonders beeindruckt hat mich die Banalität des Schuhsohlentestlaufs als Strafaufgabe. Dieser Lauf muss ungeheure Qualen, sowohl physisch als auch psychisch, verursacht haben und die Tatsache, dass Menschen dabei hinfallen und vor Schmerzen nicht mehr weiterlaufen können und zurückgelassen und erschossen werden, ist für mich unvorstellbar.“
Auf die Frage, ob in Zukunft weiterhin die Zwölftklässler die Gedenkstätte Sachsenhausen besuchen sollten, gab es ein eindeutiges „Ja“, da der Holocaust ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte sei und ein Besuch einer Gedenkstätte somit zu einem besseren geschichtlichen Verständnis beitrage. Zudem stellen Besuche in Gedenkstätten eine Form der Würdigung der Opfer des NS-Regimes dar.
Text Bericht: Schüler der Klasse 12b, Rückmeldungen
der Schüler der 12. Klassen über Moodle
Text Rede: Maria Surmaya Hartmann, 12c
Fotos: Frau Palaschevsky
Veröffentlichung: 26.01.2020

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